Historischer Ortskern

Steinbach hat eine Gesamtanlage, die unter Denkmalschutz steht. Diese besteht überwiegend in Fachwerkbauweise und umfaßt den etwa 300m langen Abschnitt der Hauptstraße zwischen der Kapelle und dem nördlichen Kirchstraßenarm sowie ein kurzes Stück der Hadamarer Straße. An der leicht gewundenen Langstraße reihten sich ursprünglich fast nur giebelständige Wohnhäuser ähnlicher Größe und Form mit unregelmäßigen, meist nach Süden offenen Dreiseithöfen. Ihre äußeren Scheunenfronten bestehen noch teilweise. Die erst im 19. Jahrhundert übliche traufständige Bauweise bildet an der Hadamarer Straße eine charakteristische Reihe an Kleinhöfen. Steinbach ist heute noch ein gehaltvolles Straßendorf mit eigener Prägung. Alte Hofabschlüsse sind mehrfach anzutreffen.

Die 14-Nothelferkapelle wurde in den 90er Jahren durch freiwillige Helfer in Eigenleistung renoviert.

In 2006 wurde das durch den Verein Unser Dorf initierte Gemeinschaftsprojekt "Bau eines Glockenturmes" für die Johannes Glocke aus dem Jahre 1513 realisiert. Weitere Details hierzu finden Sie in dieser Projektbeschreibung (PDF-Datei 253kB).

1.1 Öffentlicher Bereich

Die ehemalige Volksschule, heute Grundschule, wurde in 1848 gebaut. Der Rechteckbau wurde im Stil des Spätklassizismus mit symmetrisch geordneter, durch Lisenen und Gesimse flächig gegliederte Fassade errichtet. Das unregelmäßige aber akkurat versetzte Bruchsteinmauerwerk aus dunklem Basalt ist auffällig insbesondere durch Absetzung der roten Sand- und Backsteinelemente. Zusammen mit der 14-Nothelferkapelle formen die beiden öffentlichen Bauten den Eintritt in die unter Denkmalschutz stehende 500 m lange Gesamtanlage.

In der Schule finden u.a. die traditionelle Frühlings- und Herbstsingen (Offenes Singen für Alt und Jung), das Schulfest und Besprechungen verschiedener Vereine und des Ortsbeirates statt. Das Heimatmuseum und die Dorfbiliothek entstehen auf dem Dachboden.

 Kirche mit Pfarrhaus- und Jugendheim

Die Kirche "Maria Heimsuchung" als Rechteckbau aus rotem Sandstein wurde 1962 geweiht. Pfarrheim und Jugendheim sind im gleichen Stil angebaut. Angegliedert ist eine schöne Grünanlage mit befestigtem Platz und Ruhebänke.

Ein zusätzlicher Jugendraum ist in Planung und soll bis Anfang 2003 fertiggestellt sein.

 14 Nothelfer-Kapelle
Die 14-Nothelfer-Kapelle wurde gestiftet durch Fürst Alexander von Nassau-Hadamar und im Jahre 1707 errichtet. Die Kapelle ist ein quadratischer Zentralbau mit einem Mansardendach und Hauptgiebel. An den Seiten und hinten Rundkonchen, vorne trapezförmig mit einem Säulenportal. Die Konchen und Säulen sind romanische Stilelemente. Der Innenraum hat ein Kreuzgratgewölbe und aus der Bauzeit einen Altar der Vierzehn Nothelfer mit bäuerlicher Muttergottes.

Kindergarten

Der Kindergarten wurde 1990 auf Inititiative und unter Mitbestimmung der Elternschaft gebaut. Träger und Bauherr ist die katholische Kirchengemeinde. Der Kindergarten kann in 2 Gruppen insgesamt bis zu 50 Kinder aufnehmen.

Ehemaliges Rathaus, jetzt Feuerwehrgerätehaus

Das heutige Feuerwehrgerätehaus an der Langstraße gegenüber der ehemaligen Tankstelle war bis zur kommunalen Gebietsreform in 1971/72 auch das Rathaus von Steinbach. Der letzte amtierende Bürgermeister von Steinbach war Franz Gräf mit 7 Jahren Amtszeit. Das Gebäude wird heute als Feuerwehr-Geräteraum (Garage im EG) und Schulungs-/Versammlungsraum von der Feuerwehr genutzt.

Markt- und Sporthalle mit Anbau für Feiern und öffentliche Veranstaltungen

Diese wurde 1972 erbaut um insbesondere dem Steinbacher Markt und dem Sportverein gerecht zu werden. Die Halle ist zwischenzeitlich sehr beliebt zur Durchführung von DISCO-Veranstaltungen. Steinbach ist in Punkto DISCO "absolut in" bei den Jugendlichen, die aus anderen Stadtteilen die Halle anmieten um im Dorf eine DISCO zu veranstalten (z.B. Niederhadamar, Abi-Fete der Fürst-Johann-Ludwig Schule)

Sporthallenanbau/Dorfgemeinschaftshaus

1988/89 wurde an die Markt-/Sporthalle ein Mehrzweckraum für private und öffentliche Festlichkeiten gebaut. Diese Räume werden sehr häufig benutzt.

Vereinsheim des Sportvereins als weiteren Anbau an der Markt-/Sporthalle

Dieses Vereinsheim wurde vor kurzem fertiggestellt, insbesondere ist hier die Eigenleistung des Sportvereins hervorzuheben, der auch alljährlich die Bewirtschaftung der Kirmes und des Steinbacher Marktes organisieren und durchführen.

Jugendraum

Ein Jugendraum ist in Planung. Gelder hierfür wurden in die Haushalte 2002 des BO und der Stadtverwaltung Hadamar eingestellt. Erste Entwürfe wurden vom beauftragten Architekturbüro im April 2002 präsentiert. Bauherr ist die Pfarrgemeinde.

Das dies letzendlich umgesetzt wird, ist u.a. ein großer Verdienst des Fördervereins, der hier sehr aktiv zusammen mit Eltern, Jugendlichen und politischen Mandatsträgern das Projekt durchgesetzt hat.

Kellerraum unter dem Hallenanbau

Dieser Keller wird als Abstellraum der Vereine genutzt, um hier z.B. Inventar für Feste (Bierzeltgarnituren, Stehtische etc.) zu lagern.

1.2 Privater Bereich

 

Zwischen 1975 und 2000 wurde insbesondere in private Renovierungsmaßnahmen investiert. Viele Fachwerkfassaden wurden freigelegt. Dies ist positiv auffällig insbesondere bei verschiedenen Fachwerkhäusern (Langstr. 22, 21, 28, 39 mit Bildstock mit Muttergottes und heiligem Antonius und Langstr. 43), die in der Gesamtanlage als Kulturdenkmal nach §2 Abs. 1 HDSchG gekennzeichnet sind.

Das Privatobjekt Langstr. 26 hat eine rokokohafte Haustüre mit Rahmen und Schweifgiebel und ist damit kunsthandwerklich eine der schönsten des Kreises. Hof und Wohnhaus waren ursprünglich dem fürstlichen Jagdverwalter Ferdinand Bock. Der Bau wurde um 1774 errichtet.

Viele private Fachwerkhäuser wurden zwischen 1700 und 1750 gebaut. Charakteristisch sind die schön ausgebildeten Mann-Formen in eienm fast quadratischen Riegel- und Ständerwerk.

Eine Besonderheit ist das in der Gesamtanlage (Langstr. 30) aufwendige Hoftor aus Gußsäulen, einem Walzblechband und schmiedeeisernem Ranken – und Blumenwerk. Leider ist das Tor stark angegriffen und müßte schnellstmöglich restauriert werden.

In den historischen Kleinhöfen sind zum Teil die alten Trinkwasserbrunnen in Basaltstein-Trockenbauweise mit einem Durchmesser von ca. 1 m und einer Tiefe bis zu 10 m noch in einem ausgezeichneten Zustand vorhanden.

Die sich in der Gesamtanlage befindlichen Objekte, mehrere Bildstöcke und Wegkreuze sind ausführlich in nachfolgendem Buch auf den Seiten 350 bis 355 beschrieben:

Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland
Kulturdenkmäler in Hessen
Landkreis Limburg-Weilburg
Bad Camberg bis Löhnberg

Herausragend durch Jugend- und Vereinsinitiativen entstanden sind zu benennen: