Kirmes und Markt, das Mega-Event in Steinbach

An Kirmes Freitag ist es endlich wieder soweit. Die in dieser Zeit wohl wichtigste Gruppe in Steinbach sind die Kirmesburschen. Die Kirmesburschen und -mädchen treffen sich fast jede Woche um alle Eventualitäten zu besprechen und um die nötigen Vorbereitungen zu treffen(sicherlich wird dabei auch das ein oder andere Bier getrunken). Was wäre die Steinbacher Kirmes und der Markt auch ohne die Kirmesburschen, die sich darauf freuen die alten Traditionen Steinbachs am Leben erhalten.

Kirmesburschen und -mädchen 2009
Unser Kirmeswappen
Wappen der Kirmesburschen Button der Kirmesburschen

Wie in allen Jahren so haben auch die Kirmesburschen in diesem Jahr auf Ihren Hemden ein Wappen aufgenäht. Und wie in allen Jahren ist darauf ein Löwe zu sehen. Mit diesem Löwenwappen hat Johann von Steinbach schon 1418 als Schöffe in Limburg gesiegelt. Der Löwe auf dem Kirmeswappen trägt zusätzlich noch einen Kirmeshut und hält einen Bierkrug in der Hand, diese beiden Symbole sind ein Zeichen für die Kirmes.

Kirmes und Markt in Steinbach

Jedes Jahr am zweiten Wochenende nach dem Namenstag des heiligen Michael (29. September) feiern die Steinbacher Kirmes und im Anschluß daran Dienstags den traditionellen Steinbacher Markt. Beide Feste sind stark miteinander verbunden, was wahrscheinlich auch der Grund dafür ist, daß der Steinbacher Markt nicht, wie viele Märkte in anderen Dörfern des Westerwaldes, in Vergessenheit geraten ist. Ein weiterer Grund für die noch immer große Popularität des Marktes (es strömen jedes Jahr mehrere tausend Besucher nach Steinbach) ist, daß einige Nachbargemeinden, wie z.B. Niedertiefenbach am selben Wochenende Kirmes feiern und den Abschluß ihrer Kirmes in Steinbach begehen.
Verbunden mit der Kirmes, die mit Sicherheit viel älter ist als der Markt (denn schon 1440 wird eine Kirche in Steinbach erwähnt, die Johannes dem Täufer geweiht war), sind viele alte und auch neuere Bräuche, wie z.B. das Suchen des Kirmeshammels. Eine Woche vor Beginn der Kirmes muß der Hammel in Steinbach versteckt werden. Jugendliche machen sich dann meistens nachts auf die Suche nach dem Kirmesmaskottchen und versuchen es den Kirmesburschen zu entführen. Gelingt es ihnen muß die Kirmesgesellschaft an Kirmesfreitag ein "Lösegeld" in Form von Freibier an die "Entführer" bezahlen. Denn am Freitag beginnt die Kirmes mit dem Waschen des Kirmeshammels und anschließendem geselligen Beisammensein in einer Gastwirtschaft.
Offiziell wird das Kirchweihfest aber am Samstag nachmittag mit einem Umzug eröffnet. Die Kirmesburschen und ihre Mädchen ziehen dann durch das Dorf und stellen vor jeder Gastwirtschaft einen Kirmesbaum. Dieser Brauch ist auch beider Steinbacher Bevölkerung sehr beliebt und beteiligen sich jedes Jahr mehrere hundert Steinbacher an diesem Umzug. Höhepunkt ist das Stellen des großen Kirmesbaumes auf dem Marktplatz. Da der große Baum nur mit Körperkraft gestellt wird, helfen stets ehemalige und zukünftige Kirmesburschen mit. Der von den Kirmesmädchen mit bunten Bändern geschmückte Baum, ist somit ein schon von weitem sichtbares Zeichen dafür, daß die Kirmes eröffnet ist.
Am Samstag abend spielt dann in der Halle eine Kapelle zum Tanz auf.
Am Sonntag morgen findet in der Kirche ein Festgottesdienst mit anschließendem Stellen eines Kirmesbaumes auf dem Kirchplatz statt. Außerdem trifft man sich Sonntags und vor allem Montags zum Frühschoppen und abends zu Tanzveranstaltungen in den Gastwirtschaften.
Am Dienstag ist dann der große Tag gekommen. Der Kram-und Viehmarkt. Auf dem Marktplatz und in den Straßen rund herum herrscht schon früh geschäftiges Treiben der Händler, die ihre Buden und Stände für die vielen Besucher des Steinbacher Marktes herrichten. Ein Zeichen dafür, daß der Steinbacher Markt sich noch immer sehr großer Beliebtheit erfreut, ist daß die Zahl der Händler in den letzten Jahren zugenommen hat. Der Steinbacher Markt wurde spätestens im Jahr 1768 abgehalten (Kurtierisches Protokoll vom 19.09.1769). Er stand zuerst in starker Konkurrenz mit dem Dietkirchener Markt. Die Nassauische Regierung legte den Termin mit Absicht so fest um den Dietkirchener Markt zu schädigen (Dietkirchen gehörte nicht zu Nassau), was auch gelang. Märkte hatten in der damaligen Zeit eine wichtige Funktion. Sie fanden meist nach der Erntezeit statt. Die Landwirte konnten so Teile ihrer Ernte verkaufen und auch wichtige Dinge einkaufen, die sie sonst über das Jahr hinweg nicht erwerben konnten. Außerdem war und ist der Steinbacher Markt ein Treffpunkt. Viele Menschen kommen hierher und treffen alte Freunde und Bekannte, die sie schon viele Jahre nicht mehr gesehen haben wieder. Die Gastwirtschaften und Stände laden mit ihrem Angebot an Speisen und Getränken zum verweilen ein, so daß alte und neue Geschichten und Begebenheiten ausgetauscht oder einfach nur auf das Wiedersehen angestoßen werden kann.

Schöne Grüße aus Steinbach
Die Kirmesburschen